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Produktion unter Zeitdruck

Produktion unter Zeitdruck

Manchmal muss es eben schnell sein – eventuell sogar rasend schnell. Der Hörfunk ist schnelllebig und es kommt immer mal wieder dazu, dass eine Produktionsanfrage von 14 Uhr um 17 Uhr in das Sendeprogramm des Radiosenders eingeplant werden soll. In diesem Zeitraum muss dann alles passieren: Text, Aufnahme mit dem Sprecher, Nachbearbeitung mit Soundeffekten und Hintergrundmusik und das finale Mastering inklusive Versand zum Sender. Klingt nach einer Herausforderung? Das ist es auch jedes mal aufs Neue.

Doch ich bin genau in solchen Situationen sehr froh, dass wir in diesen digitalen Zeiten leben. Ich adaptiere den Produktionsprozess jetzt mal auf frühere Tage, die ich tatsächlich auch nur aus Geschichten kenne und nicht mehr aktiv miterlebt habe. Doch die Geschichten kommen von Menschen, die diese zeiten aktiv mitbekommen haben.

Also erstmal die Spotproduktion früher:
Die Anfrage kommt per Telefon. Über diesen Kanal geht auch die Anfrage an den Texter. Dieser schreibt den Spot in zwei Varianten und schickt uns schnell die Texte in einer Mail. Mit Glück hat man einen Texter direkt bei sich im Haus, dann spart man sich die Kontaktaufnahme. Denn jede Kontaktaufnahme könnte ein Problem haben: Der andere geht nicht ans Telefon. Okay. Der Text ist damit schonmal fertig.

Jetzt geht es ans Aufnehmen und schonmal an die Wahl der Hintergrundmusik und des Sprechers. So, da stehen wir jetzt vor dem größten Problem. Der Sprecher muss so schnell wie möglich zum Studio fahren um den Spot einzusprechen. Welcher Sprecher wohnt jetzt direkt in der Nähe, hat Zeit und kann direkt herfahren? Dieses Problem lässt sich dann nur mit einigen Telefonaten lösen. Das ist zeitaufwendig und nervig. Und die Stimme sollte natürlich auch zum Produkt im Spot passen. Wenn man dann endlich einen Sprecher gefunden hat, macht der sich auf den Weg. In der Zwischenzeit bastelt man schonmal am Grundkonstrukt, also an der Hintergrundmusik und an den Soundeffekten die man verwenden möchte und die zum Spot passen. So bereitet man seine Aufnahmesession im Audio-Programm vor.

Dann kommt der Sprecher an, es wird schnell aufgenommen, anschließend werden die Elemente in der Session positioniert, geschnitten und nachbearbeitet und das Ganze macht sich auf den Weg zum Kunden. Ein Prozess, der in drei Stunden sehr knapp werden kann, oder nicht?

So, jetzt die Spotproduktion heute (übrigens wirklich so passiert):
Ich bin unterwegs und bekomme um 14 Uhr eine Mail mit dem Vermerk dringend. Das macht nix, mein Handy vibriert sowieso bei jeder neuen Mail, also bekomme ich das sicher mit. Ich lese den Auftrag, gebe kurz Bescheid, dass das passt und der Sender um 17 Uhr den fertigen Spot einpflegen kann. Nächste Aktion: Laptop anschalten.

Anschließend kümmere ich mich direkt um den Text, ein Briefing war digital angehängt und kontaktiere den Sprecher meiner Wahl. Ich weiß ganz genau, dass ich um ca. 15:30 Uhr wieder im Büro sein werde, nur jetzt im Moment sitze ich eben in der Bahn. Wenn der erste Sprecher direkt Zeit hat, dann habe ich Glück, doch da die Sprecher mittlerweile ihre eigenen Sprachkabinen haben, muss niemand zu mir fahren wegen der Aufnahme. Dadurch habe ich gleich mit dem zweiten Anruf einen Sprecher, der für den Text passt und der auch Zeit hat.

Der Sprecher springt bei sich in die Sprachkabine, ich mache mit meinem Smartphone einen Hotspot und wähle mich so über den Laptop in unser digitales Tool um über das Headset Regie zu führen. Ich sitze im Zug, fahre von A nach B und bin via Internet mit dem Sprecher verbunden. So kann ich Regie führen und ein optimales Ergebnis bekommen. Nachdem der Sprecher aufgenommen hat schickt er mir die Datei per Wetransfer und ich kann in der Zwischenzeit schonmal nach Hintergrundmusik und Soundeffekten schauen, denn all unsere Soundeffekte liegen auf unserer eigenen, im Büro gehosteten Cloud. Im Zug mache ich den Spot noch fertig! Im Büro schließe ich dann die Studio-Boxen an um nochmal mit bester Qualität nachzuprüfen ob alles passt. Ein paar kleine Nachbesserungen und schon wird der Spot an den Sender geschickt. Und das um 16 Uhr!

Was für eine Entwicklung, die mir wirklich meine tägliche Arbeit erleichtert! Und dabei gibt es keinerlei qualitative Einbußen. Niemand wurde in Stress versetzt, niemand musste spontan alles liegen lassen und irgendwo hinfahren und ich hatte ja sowieso Zeit, da ich im Zug saß.

Zeitdruck gibt es immer wieder bei Rundfunkproduktionen. Mit den richtigen Arbeitsmethoden und Programmen ist das wirklich nicht mehr schlimm und sogar mal eine erfrischende Abwechslung zu normalen Produktionen im Studio.

Ich hoffe, dass dir dieser kurze Einblick in unsere kreative Arbeit gefallen hat.

Vielen Dank für’s Lesen.
Das LSR-Team

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